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Ostergruß des Dechanten

 

Schwestern und Brüder! Viele erwarten vom Pator eine aufbauende Predigt. Aber - wie kann man etwas aufbauen, wenn das Gelände voll oder besetzt oder zugemüllt ist? Müssen wir nicht erst alles entsorgen, was unser bisheriges Denken und Meinen und Glauben ausmacht? Müssen wir nicht alles Verhoffte und Verklappte unseres Lebens wegschaffen, besser gesagt: wegschaffen lassen? Damit das Baugelände unserer Seelen frei wird?

 

Psalm 127, 1-4: Wenn nicht der Herr das Haus baut, / müht sich jeder umsonst, der daran baut. Wenn nicht der Herr die Stadt bewacht, / wacht der Wächter umsonst. Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht / und euch später erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; / denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf.

Das Unverhoffte muss von Gott kommen, der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden!

Und wenn Sie ein philosophisches Entrümpelungskommando brauchen, damit Ihre Seele frei wird für Glauben: zweifeln Sie den Zweifel an, seien Sie skeptisch Ihrer Skepsis gegenüber: das Nichts gibt es nicht, denn wenn es existieren würde, wäre es etwas. Den Tod gibt es nicht ohne Leben. Leben gibt es nicht ohne Tod. Und: "werden Sie irre, seien Sie verrückt - nur Glauben den Stein vom Grab wegrückt"! Christus ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden!

 

Ihr Dechant Norbert Johannes Walter