St. Joseph

Vortrag über das Börniger Pestkreuz von Gerd E. Schug am 31. Juli 2019

Auf Einladung der kfd St. Joseph gastierte der Börniger Hobby-Historiker Gerd E. Schug am 31. Juli 2019 in St. Joseph mit einem Vortrag über das Pestkreuz "An der Linde" in Herne-Börnig.

Zunächst aber gab es eine große freudige Überraschung für die kfd-Frauen als Einladende, weil viel mehr Gäste gekommen waren als erwartet. Vom Historischen Verein Herne/Wanne-Eickel, dem Gerd E. Schug auch angehört, und aus verschiedenen Gemeinden von St. Dionysius hatten sich Interessierte auf den Weg gemacht.

Petra Kusy vom kfd-Leitungsteam begrüßte den Gast herzlich, und dann ging´s auch schon los.

Der Vortrag begann mit einer Beschreibung der schrecklichen Krankheit Pest mit ihren verschiedenen Arten, die auch heute noch nicht ausgestorben ist, z. B. in Madagaskar. Die Infektion erfolgte durch Flöhe über kleine Nagetiere wie Ratten. "1636 während des 30-jährigen Krieges wütete die Pest im Kirchspiel Castrop-Rauxel, wozu auch Börnig gehörte", kann man einer Hinweistafel entnehmen, die 2015 auf Initiative von Gerd E. Schug aufgestellt wurde.

Seine Erzählungen, wie mit den erkrankten Menschen umgegangen wurde, sofortige konsequente Trennung von der Familie, auch Kinder und Aussperrung, gingen sehr nahe. Die Verluste waren so groß, dass oft die Hälfte aller Menschen oder sogar noch mehr in den Orten gestorben sind.

"Als dann die Pest vorüber war", so steht es auf dem Hinweisschild, "haben die überlebenden Einwohner aus Dankbarkeit für ihre Errettung aus höchster Not und zur Abwendung künftiger Gefahren am 16. August 1637, dem Fest des heiligen Rochus, ein Gelübde abgelegt, ein Kreuz zu errichten. Neben dem Pestkreuz wurde die sogenannte Urbanuslinde am historischen Ort, dem Schnittpunkt zweier damaliger Wegeverbindungen nach Sodingen und Herne, gepflanzt.

Die Pestprozession wird in den Castroper Bauernschaften Frohlinde, Dorf Rauxel und Obercastrop noch immer jedes Jahr am Fest des heiligen Rochus durchgeführt. In Herne-Börnig ist das Pestkreuz Station bei der jährlichen Fronleichnamsprozession."

Wer Herrn Schugs anschaulichen Bericht gehört hat, wird vermutlich mit anderen Gedanken und Gefühlen als bisher zur Linde und zum Pest-Kreuz an der Straße "An der Linde" gehen oder radeln.