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Kolpingsfamilie Herne-Zentral kehrt zurück ins Jahr 9 n.Chr. in Haltern

Die Kolpingsfamilie hatte für Sonntag, den 31. März 2019 zu einem Tagesausflug zum LWL-Römermuseum nach Haltern eingeladen. Dort wurde an diesem Tag die Saison mit einem abwechslungsreichen tollen Programm eröffnet. Ursprünglich hatten sich mehr angemeldet. Leider mussten sich einige wieder abmelden. So war es dieses Mal nur eine kleine Gruppe, die mit dem Bus fuhr. Einige kamen in Haltern noch dazu. Der Vorsitzende Karsten Hermesmeyer und Diakon Robert Prüßner haben die Gruppe begleitet.

 

Eigentlich ist das Wetter - wenn es nicht gerade in Strömen regnet - nicht so wichtig, um erwähnt zu werden. Aber nach einem wunderschönen warmen Frühlingstag am Samstag konnten sich die meisten wohl gar nicht vorstellen, wie kalt es plötzlich wieder sein kann. Bei 11 Grad, grauem Himmel und gefühlt eisigem Wind haben die meisten ziemlich gefroren. Aber wenn man dann aber die Römer gesehen hat, die mit nackten Beinen herumliefen, wurde einem direkt wieder warm. Die vielen schönen nackten Männerbeine, die man zu sehen bekam, haben sicher so manche Frauen begeistert und entschädigt!

 

Aber Spaß beiseite: Dieser Tag war ein sehr beeindruckendes spannendes Erlebnis. Nach einem Rundgang durchs Innere des Museums ging es zum Außengelände. In Haltern gibt es ja Ausgrabungen aus der römischen Besatzungzeit im ersten Jahrhundert nach Christus.

Heute zeigten also "Legionäre", wie auf einer leeren Wiese ziemlich schnell ein Feldlager aufgebaut wurde. Dabei erklärte ein Soldat viele Details, z. B. wie damals ein rechter Winkel bemessen wurde, und auch die anderen Arbeiten und viele Hintergründe über die Römer in Germanien sowie die großen Schlachten. Nach der Vorhut kamen die anderen Soldaten in das Feldlager und auch Frauen mit Mulis. Wir erfuhren, dass es sich u. a. um die 18. Legion handelte, die damals im Teutoburger Wald "abgeschlachtet" wurde. Es muss wohl sehr grausam zugegangen sein. 

 

Nichts desto trotz war es hier ein friedliches schönes Fest, ganz besonders auch für Kinder. Am Nachmittag stand die Aufnahme neuer Rekruten auf dem Programm. Wie wir erfuhren, wurden aus einer größeren Bewerberzahl 25 ausgewählt. Die Bewerber mussten schon vorher ihre Eignung beweisen, indem sie ihre Kleidung und Schuhe selbst herstellen mussten. So war es für die meisten eine ganze neue Erfahrung, sich Schuhe aus Leder zu "basteln" oder mit einer Nähnadel umzugehen. Wir erfuhren, dass diese Schuhe nicht Sandalen genannt werden, obwohl sie so aussehen, sondern Stiefel, weil sie über die Knöchel reichen.

Einer der neuen Rekruten war Robert Prüßners Enkel Aaron. Da kommt direkt die Idee, dass die Zeltläger der KjG St. Joseph, an denen er mehrere Jahre teilgenommen hat, bestimmt eine gute Vorbereitung und Vorbildung waren. Zusammen mit den anderen Rekruten wurde er vor allen anderen und den Zuschauern geprüft, begutachtet, gemustert. Nach der Vereidigung mussten die Rekruten anstelle der damaligen 40-tägigen Ausbildungszeit sich hier im Hindernislauf, Gepäckmarsch, Schwertkampf und Speerwerfen beweisen. 

 

Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt! So hat der Ausflug Klein und Groß viel Freude bereitet, und es war ein wunderschöner unvergessener Tag.