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Maria 2.0 eint St. Dionysius

Mit einer bisher selten erlebten Einigkeit versammelten sich Christinnen und Christen aus Herne am 12. Mai am Kugelbrunnen, um für Veränderungen in ihrer katholischen Kirche zu kämpfen.

Es waren Frauen und Männer, es waren Mitglieder aller 10 Gemeinden von St. Dionysius, es waren kfd-lerinnen, KAB-ler, Kolpingschwestern und –brüder, Caritasdamen und Vinzenzbrüder. Kirchennahe und kirchenferne Christen.

Ja, die Aktion spannte sogar eine Brücke zwischen Alt-Herne und Wanne-Eickel. Eine Gruppe war extra aus Wanne-Eickel angereist und überwand damit eine weitere Grenze.

Organisiert hatte die Veranstaltung der kfd-Bezirk Herne. Auf der Bezirkskonferenz im Frühjahr hatten die Frauen ganz kurzfristig und einstimmig beschlossen, die bundesweite Aktion der Frauen aus Münster – Maria 2.0 - zu unterstützen. In den folgenden Wochen forderten sie auf Flugblättern und in persönlichen Gesprächen Menschen dazu auf, am Muttertag nicht in die Kirche zu gehen, sondern den „Kirchenstreik“ Maria 2.0 zu unterstützen, sich am Kugelbrunnen auf der Fußgängerzone – vor der Tür der Pfarrkirche – zu einem alternativen Gottesdienst zu treffen.

Und dann ging´s los:

Noch sehr ängstlich gestalteten die Organisatorinnen am Morgen den Platz vor der Kirche, mit der Frage im Hinterkopf „kommt jemand oder bleiben wir alleine“. Diese Befürchtungen wurden dann von einer bunten Menschenmasse im gemeinsamen Gottesdienst "weggefeiert" und lautstark "weggesungen".

Die Vorsitzende des kfd-Bezirks Herne, Regina Sindermann, begrüßte die versammelte Masse und stellte noch einmal die Forderungen der Aktion Maria 2.0 vor:

- Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern

- Abschaffung des Pflichtzölibats

- Änderung der Sexualmoral und

- umfassende Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.

Fast schien es, als wollten die Glocken der Bonifatiuskirche Beifall läuten, als sie um 11.15 lautstark erklangen.

Eine aufrüttelnde Predigt zum Evangelium des barmherzigen Vaters, geschrieben von der Gemeindereferentin Monika Eyll-Narton, wurde vorgelesen. Darin beschreibt die Gemeindereferentin die katholische Kirche als den verlorenen Sohn, der sich vom Vater abgekehrt hat und zur Zeit noch seine Pfründe verprasst. Den Schritt zur Umkehr hat er noch nicht gemacht.

Das gemeinsame Vaterunser und der Friedensgruß schallten laut über die Bahnhofstraße. So mancher Passant blieb neugierig stehen.

Am Schluss vereinbarten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich auch weiterhin unregelmäßig zu treffen und den Protest fortzusetzen.

Danke an alle, die das möglich gemacht haben! Danke für den Zuspruch!

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