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Joakim Bull stellt sich als neues Mitglied des Pastoralteams vor!

Liebe Gemeinden,

seit Anfang August darf ich mich neues Mitglied im Pastoralteam der Pfarrei St. Dionysius nennen. Wer ich bin und was mich bewegt und ausmacht, möchte ich im Folgenden kurz darstellen.

Mein Name ist Joakim Bull, ich bin gebürtig aus England und aufgewachsen in Hövelhof (bei Paderborn). Nach meinem Abitur im Jahr 2013 stellte sich mir die Frage, was ich mit mir und meinem Leben anfange. Keine einfache Frage für mich, schließlich war ich - G8 sei Dank - zum Zeitpunkt der Abiturprüfungen nicht mal volljährig.

Schon immer habe ich gerne im sozialen Bereich gewirkt. Ob als Messdienerleiter, der Gruppenstunden und Ferienfreizeiten organisierte und durchführte, oder als Mitglied der Malteser Jugend, bis hin zur Arbeit als Betreuer der Ferienfreizeit für Menschen mit Behinderungen der Pfarrcaritas Hövelhof. Dem/Der aufmerksamen LeserIn mag nun das verbindende Element dieser Aktivitäten auffallen: All diese Bereiche haben „etwas mit Kirche zu tun“. Bevor ich mich 2013 also für ein konkretes Studium oder eine Ausbildung entschied, bewarb ich mich auf eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Heinrich Lübke Haus am Möhnesee: Einer Familienferien und –bildungsstätte der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung. Dort erhoffte ich mir, der Berufsfrage näher nachzugehen, indem ich die Dinge tat, die mir Spaß machten und mich interessierten.

Dieses Jahr bereitete mir wahnsinnige Freude und sehr gute Erfahrungen. Doch auch diese Zeit ging schnell herum und warf mich mal wieder vor dieselbe Frage: Was tun? Ich genoss die Arbeit mit verschiedenen Menschen aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten und mich faszinierte der Gedanke, diese Arbeit im christlichen Glauben zu verwurzeln. Ich hielt Ausschau nach Berufen und Ausbildungsgängen, die eine solche Arbeit integrierten. Dabei ging ich ins Gespräch mit dem Gemeindereferenten meiner Heimatpfarrei. Dieser erläuterte mir die Zugangswege zu diesem Beruf. Ich bewarb mich daraufhin beim Erzbistum Paderborn und wurde zum Studium der Religionspädagogik zugelassen.

Das Studium bestärkte mich in dem Gedanken, den Beruf des Gemeindereferenten zu ergreifen. Die wissenschaftliche Hinterfragung der christlichen Tradition, aber auch die spirituelle Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben bescherten mir drei spannende Studienjahre. Nach Beendigung des Studiums begann meine Assistenzzeit im Pastoralen Raum am Phoenixsee im Dortmunder Süden. In diesen zwei Jahren sammelte ich viele Erfahrungen, legte Prüfungen im schulischen und pastoralen Bereich ab und gewöhnte mich an das Arbeitsleben im pastoralen Umfeld.

Nach erfolgreicher Beendigung dieser zwei Jahre führt mich der Weg nun nach Herne. In meinem ersten Jahr an dieser Stelle beende ich meine Ausbildung zum Gemeindereferenten. Das bedeutet, dass ich mich in diesem Jahr noch „Gemeindeassistent“ nennen darf, hin und wieder nach Paderborn zu Studientagen fahre und, dass ich im nächsten Sommer meine Abschlussprüfung ablege. Nach der darauffolgenden Aussendung durch einen der Bischöfe bin ich dann frisch gebackener Gemeindereferent und darf für längere Zeit hier in der Pfarrei arbeiten.

Kirchlich gesehen leben wir momentan in herausfordernden Zeiten: Die Mitgliederzahl schrumpft immer rasanter, die Gemeinden werden älter, etablierte Traditionen und Strukturen gehen verloren. Die Auswirkungen des Missbrauchsskandals erschüttern bis heute. Die Kirchen haben in vielen Bereichen die Relevanz in der Gesellschaft verloren, aber diese auch oft (selbst verschuldet) verspielt. Ganz persönlich stoße ich deshalb auch immer wieder an die Grenzen mit meinem Arbeitgeber.

In diesen Zeiten einen Beruf im kirchlichen Umfeld zu ergreifen verlangt Mut und Hoffnung. Auf diese Kräfte möchte ich mich konzentrieren, wenn mal wieder die Frustration oder das Unverständnis in mir aufsteigen. Ich hoffe, die Kräfte Mut und Hoffnung auch in Ihnen zu finden oder gar wecken zu dürfen. Ja, die Herausforderungen unserer Zeit sind riesig. (Und damit meine ich nicht nur die kirchlichen, sondern auch die politischen, gesellschaftlichen) Dennoch vertreten wir als Christen eine Botschaft, die nach über zweitausend Jahren nichts an Aktualität oder Genialität verloren hat.

Was mir Mut und Hoffnung gibt? Schon im Namen unseres Auftrags, den wir durch Jesus erhalten haben, versteckt sich das Bild der Herausforderung: Das Reich Gottes im Hier und Jetzt auf- und weiterbauen. Nach diesem Bild leben wir in einer stetigen Baustelle: Wir müssen planen, anpacken, ausrichten, überprüfen, abreißen, aufbauen, gestalten, renovieren. Fundamente legen, Lasten berechnen, Stützen bauen, Kompromisse finden… Sie sehen: Das Reich Gottes zu verwirklichen ist nicht leicht- und das war es nie. Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, unter Ihnen ein paar BauarbeiterInnen zu finden, die mit mir den Schritt in diese Baugrube unternehmen, oder die mich in Ihre ganz persönliche Baustelle einladen wollen.

Sich in einem Text wie diesem gebührend vorzustellen ist nicht möglich. Deshalb erfolgt eine persönlichere Vorstellung meinerseits beim DANKE-Gottesdienst für das Ehrenamt am 01.09.19 um 11.30 Uhr in St. Bonifatius. Nach dem Gottesdienst wird es die Gelegenheit geben, mich persönlicher kennenzulernen. Ich freue mich aber auch über jeden Besuch in meinem Büro in Herz Jesu!

Ich bin gespannt auf meine kommende Zeit hier in Herne. Ich erhoffe mir, meine Ausbildung im kommenden Jahr erfolgreich zu beenden und mir für die Zeit danach hier ein Stück Heimat, sowohl beruflich als auch privat, aufzubauen. Bauen Sie doch mit!

Ihr Joakim Bull